Vegetarische Ernährung

Ursprünglich wurde „Vegetarisch leben“ mit einer fleischlosen und pflanzenbasierten Ernährungs- und Lebensweise gleichgesetzt. Aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen existieren heute jedoch mehrere Formen der vegetarisch ausgerichteten Ernährung, die sich vor allem durch die Motive und Zielsetzungen ihrer Anhänger unterscheiden. Doch warum verzichtet jemand freiwillig auf Steak, Schnitzel und andere Köstlichkeiten? Welche vegetarischen Ernährungsformen gibt es und wodurch unterscheiden diese sich genau?

Motive und Beweggründe für eine vegetarische/vegane Ernährung

Eine vegetarische Ernährungsweise beschränkt sich nicht auf die Lebensmittelauswahl, sondern wird als ganzheitlicher Lebensstil gesehen. Bereits in der Antike befassten sich bedeutende Denker mit den ethischen Aspekten des Tötens von Tieren zur Nahrungsgewinnung. Unter ihnen, der Philosoph Pythagoras, der als Begründer des antiken Vegetarismus gilt. Auch im asiatischen Raum hat der Vegetarismus eine lange Tradition, da er eine wichtige Stellung im Buddhismus, Hinduismus und Jainismus einnimmt. In diesen Religionen wird der Verzehr getöteter Tiere, aufgrund der Lehre von Seelenwanderung und/oder Inkarnation sowie der Ehrfurcht vor dem Leben, abgelehnt [1].

In den letzten Jahren erfreuen sich vegetarische Kostformen, vor allem die vegane Ernährung auch in der westlichen Bevölkerung an zunehmender Beliebtheit. Laut einer IFES-Studie stieg der Anteil an Vegetariern in Österreich allein in den Jahren 2005 bis 2013 auf das Dreifache an, man sprach von einem Boom. Insgesamt liegt der Anteil der Vegetarier in der österreichischen Bevölkerung bei 6%. Als wichtigste Beweggründe für ihre Lebens- und Ernährungsweise geben österreichische Vegetarier/Veganer die Zustände bei der Tierhaltung, das Sterben der Tiere, den Umweltschutz, die Ressourcenschonung sowie das eigene körperliche Wohlbefinden an [2].

Vegetarische Ernährungsformen im Überblick

Der klassische Vegetarier baut auf eine fleischlose Ernährung, wobei die vom lebenden Tier stammenden Lebensmittel wie Eier, Milch und Honig erlaubt sind. Dieser klassische Vegetarismus, auch Ovo-Lakto-Vegetarismus wird des Weiteren unterteilt in Lakto- und Ovo-Vegetarier, wobei der Lakto-Vegetarier zusätzlich auf Eier verzichtet, der eher selten anzutreffenden Ovo-Vegetarier auf Milchprodukte. Eine weitere Untergruppe ist der Pescetarismus, unter dem eine Ernährungsweise verstanden wird, die Fleisch ausschließt, aber Fisch beinhaltet. Krebs- und Weichtiere werden nur von manchen Pescetariern verspeist.

Verfechter eines veganen Lebensstils lehnen jegliche Nutzung tierischer Produkte ab. Dazu gehören neben dem Verzehr tierischer Produkte und daraus hergestellter Lebensmittel, wie Aromastoffe aus Molke auch die Verwendung von Seife aus tierischen Fetten, Federbetten, Wolle und andere Produkte tierischen Ursprungs.

Noch einen Schritt weiter geht der Frutarier, der neben dem Schutz der Tiere auch auf den Schutz der Pflanzen achtet. Dadurch ernährt er sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten, deren Gewinnung den Pflanzen nicht schadet. Seine Ernährung besteht somit hauptsächlich aus Fallobst, Nüsse und Samen. Manche Frutarier akzeptieren jedoch Honig als Nahrungsmittel.
Interessant ist auch der Flexitarier, der im Grunde fleischlos lebt, aber bei sich bietenden Gelegenheiten, wie einer Grillfeier, nichts gegen ein gutes Stück Fleisch einzuwenden hat.

Politisch motiviert ist der Freeganer, der grundsätzlich kein Lebensmittel aus seiner Ernährung ausschließt, es sei denn es stammt aus dem kommerziellen Handel. Meist ein Aktivist prangert der Freeganer das Konsumverhalten seiner Mitmenschen an und möchte auf die Armut hinweisen. So ernährt er sich von selbstangebauten, geschenkten, gefundenen oder weggeworfenen Lebensmitteln.

Zu guter Letzt: Der Puddingvegetarier, dessen Anliegen es ist, keinem Tier Leid zuzufügen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vegetariern sind ihm die gesundheitlichen Aspekte seiner eigenen Ernährung eher unwichtig, er achtet somit weder auf den Kalorien- noch auf den Nährwert-/Vitamingehalt seiner Ernährung [3].

Tabelle 1. Überblick über die Lebensmittelauswahl der unterschiedlichen vegetarischen Ernährungsformen [3].

Ernährungs-/Lebensweise

Fleisch

Fisch

Tierische Lebensmittel/Produkte

Milch

Eier

Honig

Andere*

Pflanzliche Lebensmittel

Vegetarier

Nein

Nein

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

- Lakto-Vegetarier

Nein

Nein

Ja

Nein

Ja

Ja

Ja

- Ovo-Vegetarier

Nein

Nein

Nein

Ja

Ja

Ja

Ja

- Pescetarier

Nein

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Veganer

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Ja

Frutarier

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Nein

Bedingt**

Flexitarier

Gelegentlich

Gelegentlich

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Freeganer

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Nur solche die nicht aus dem kommerziellen Handel stammen

Puddingvegetarier

Nein

Nein

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

* aus oder mit Hilfe von tierischen Lebensmitteln hergestellte Lebensmittel wie Aromen aus Molke und Produkte tierischer Herkunft, wie Wolle, Federkissen und Seife

**nur solche pflanzliche Lebensmittel sind erlaubt, deren Gewinnung der Pflanze keinen Schaden zufügt

Man ist was man isst?

Eine andere Frage ist natürlich wie die jeweilige Kostform im Leben des Einzelnen angewendet wird. So ist nicht jeder, der sich als Vegetarier ausgibt aus ernährungswissenschaftlicher oder gar philosophischer Sicht tatsächlich einer. Zum Beispiel gaben in einer großangelegten Studie in den USA 64% der sich als Vegetarier bezeichneten Befragten an Fleisch zu konsumieren [1]. In Österreich sind es zumindest 60% der Vegetarier/Veganer, die sich streng an die Kriterien zu halten. 20% machen nur bei besonderen Anlässen eine Ausnahme, während die restlichen 20% sich weniger streng an eine vegetarische Ernährungsweise halten oder es nicht schaffen, diese in ihren Alltag zu integrieren [2].

Quellen

[1] Leitzmann, C., & Keller, M. (2013). Vegetarische Ernährung. 3., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Ulmer UTB Google Scholar.

[2] Digitale Markt- und Meinungsforschung. (August 2017). Veggie-Report: Vegetarische und Vegane Ernährung in Österreich. Verfügbar unter: http://www.marketagent.com/webfiles/MarketagentCustomer/pdf/015b2445-19d8-4d70-a812-97ab5d6755d8.pdf (Stand: 16.04.2018)

[3] Braun J., & Blickle P. (Oktober 2013). Wer isst was? In ZEIT ONLINE. Verfügbar unter: http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2013-10/infografik-artikel-ernaehrungsarten

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