Guter Geschmack...

Oder: Wie ich lerne, mein Gemüse zu lieben

Weisheiten zum Thema Geschmack gibt es in Hülle und Fülle. Und mit Sprichwörtern aus dem Land der Mitte liegt man ja selten völlig daneben. Ein Beispiel:
Je mehr du isst, desto weniger Geschmack,
je weniger du isst, desto mehr Geschmack.

Aber dieses Mal sympathisiere ich noch mehr mit den Hessen, die da meinen:
"G"schmacksach", hat der Aff g"sagt, wie er in d" Seif gebisse hatt.

Austern, Kaviar, Champagner, wie allgemein bekannt sind das besonders erlesene Genüsse. Aber haben Sie das alles schon einmal probiert? Also ich verstehe schon, dass Österreichs bekanntester Bauherr seine Austern mit Ketchup isst. Meine erste Begegnung, mit diesen schlüpfrigen Zeitgenossen, endete für jene nach langem, aber erfolglosem Kampf in einer hübsch gefalteten Stoffserviette.
Ja, ich besitze nicht die Ausdauer meiner lieben Freundin E., die in einjährigem Training gelernt hat, Oliven zu genießen. Anfangs litt auch sie noch unter dem schwer zu unterdrückenden Drang, sich der Früchte schnell wieder zu entledigen. Aber mittlerweile entlocken sie ihr tatsächlich ein ernstgemeintes "Hmmm!". Warum sie sich dieser Aufgabe gestellt hat? Nun ja, das ist eine andere Geschichte (aber finden Sie nicht auch, dass Oliven es einfach verdient haben, gemocht zu werden ).

Learn to love

Entscheidend ist: man kann es lernen, neue Geschmäcker zu schätzen. Und das muss nicht immer ein Jahr dauern. Aber ein wenig Geduld sollte man schon mitbringen, wenn man seinem Gaumen auch wieder einmal etwas Neues gönnen möchte oder einfach den Wunsch hat, sich ein wenig abwechslungsreicher zu ernähren.
Laut der Wissenschaft muss man ein neues Lebensmittel wenigstens sieben Mal probieren, bevor man entscheiden kann, ob man es wirklich mag oder nicht. Hinzu kommt noch, dass sich der Geschmack im Laufe der Lebensphasen immer wieder verändert. Also sagen Sie niemals nie! Und geben Sie doch auch den vermeintlichen, kulinarischen Peinigern ihrer Kindheit wieder einmal eine Chance.

Was Hänschen schmeckt

Als Kind steht man ohne Zweifel auf Süßes. Warum? Nun ja, Muttermilch enthält viel Milchzucker. Deshalb ist es ratsam, hier nicht wählerisch zu sein. Und so wird Süßes auch später meist als ungefährlich und wohlschmeckend identifiziert.
Andere Geschmäcker muss man hingegen erst ertesten. Schließlich bedeutet bitter oder sauer oft, dass Früchte (die hat man früher noch gegessen) unreif oder ungenießbar sind.
Salz wiederum steht ebenfalls weit oben auf der Beliebtheitsskala. Man kann sich gut vorstellen, dass unsere Vorfahren auf der Jagd nach Mammut und Co leicht ein wenig ins Schwitzen geraten sind und das gerne ausgleichen wollten. Interessanterweise hat man festgestellt, dass auch Kleinkinder, salziges Essen umso mehr bevorzugen, je höher ihr Bedarf ist. Etwa nach großen Elektrolytverlusten bei Magen-Darmerkrankungen. Und was sagt uns das?
Bisher gehen ja die meisten davon aus, dass Genuss und Gesundheit sich kaum in Einklang bringen lassen. Doch dieser Pessimismus ist nicht angebracht. Genuss ist im Grunde dafür da, um anzuzeigen, was uns gut tut!

Darvin's Hund und wie man ihn bändigt

Allerdings ist die Evolution leider ein wenig langsamer als unsere technische Entwicklung.
Vermutlich mögen Menschen Süßes, Salziges und Fettes, weil es für genießbare, wertvolle Nährstoffe steht, die bis vor einer Sekunde der Menschheitsgeschichte größtenteils noch Mangelware waren.
Wer hat schon damit rechnen können, dass all das, was früher an einem langen Tag gesammelt werden musste, mittlerweile beispielsweise in einen Schokoriegel gepresst werden kann. Doch immer noch stürzen wir uns darauf, als stünde die nächste Hungersnot bevor.
Aber wir würden uns nicht ständig selbst für die Krone der Schöpfung halten, wenn wir nicht ein wenig mehr zuwege brächten, als unseren Instinkten zu folgen. Und wie gesagt: Geschmack kann man ja erlernen.

Der wahre Geschmack

Wie schmeckt eigentlich Süßes? Na, süß.
Und Salz?- Salzig!
Und wie schmeckt Fettes?- Eigentlich nach gar nicht so viel.
Aber wie schmeckt ein Apfel, eine frische Karotte, Basilikum, eine reife Melone?

Wirklich spannend wird es, wenn wir uns Lebensmittel mit (natürlichen) Aromastoffen zuwenden: die schmecken nicht nur langweilig süß sondern entwickeln durch das Zusammenspiel ihrer unzähligen Komponenten einen einzigartigen Geschmack.

Nackt wie Gott sie schuf

Seien wir einmal ehrlich: was die meisten derzeit als lecker empfinden, schmeckt doch in Wirklichkeit nach gar nichts. Denn unter all der fetten Sauce und dem Zucker werden die eigentlichen Aromen doch erstickt. Wirklichen Geschmack entdeckt man am besten pur.
Natürlich schreit der Neandertaler in uns zuerst einmal nach Salz, Zucker oder Butter. Aber glauben Sie mir: mittlerweile müssen wir uns kaum mehr Sorgen um unsere Energieversorgung machen. Wir können es uns leisten, wahre Gourmets zu sein und all die Aromen verschiedenster Lebensmittel erkunden. Nicht, dass ein wenig Salz, Zucker oder Fett manches nicht noch schmackhafter machen könnte, aber eben: ein wenig!
Also wagen Sie sich ruhig einmal mal an eine neue Gemüsesorte, anderes Obst, Getreide, oder Fisch . Hier können Sie wahre Genüsse entdecken. Und vergessen Sie nicht: mindestens sieben Mal sollten Sie jedem Kandidaten die Möglichkeit geben, Sie zu überzeugen. Bis auf Austern - ich finde, die haben nur eine Chance verdient

Tipps to Taste

  • Gönnen Sie sich den Spaß von Verkostungen im Familien oder Freundeskreis. Ob verschiedene Äpfelsorten, blindes Gemüseerkennen oder der große Safttest hier können Sie sich in kleinen Mengen mit Neuem bekannt machen und Ihre Sinne schulen.

  • Wenn es pur anfangs gar nicht klappt, schleusen Sie neue Lebensmittel am besten über bekannte und beliebte Gerichte in Ihre persönliche Speisekarte ein, indem Sie z.B. ein Gemüse durch ein neues ersetzen.

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